Abbildung Organspendeausweis

Der Organspendeausweis – Ihre persönliche Entscheidung

Immer mal wieder lesen oder hören wir von bewegenden Geschichten, in denen eine Organspende ein Menschenleben retten konnte oder erkrankte Menschen verzweifelt auf ein passendes Spenderorgan warten. Was für uns manchmal ganz weit weg zu sein scheint, kann plötzlich aber auch unser eigenes Leben auf den Kopf stellen. Wenn etwa eine Familienangehörige, ein Kollege, ein Freund oder vielleicht sogar man selbst in die Lage gerät, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Oder aber wenn wir plötzlich über eine mögliche Organspende eines verstorbenen Angehörigen entscheiden müssen. 

Über Organspende nachzudenken, ist ein guter Anfang. Ob Sie Organspender werden oder nicht, liegt allein in Ihren Händen. Das Ziel ist, dass sich jeder Bundesbürger ab dem 16. Lebensjahr bewusst entscheidet, ob er nach dem Tod Organe spenden möchte oder nicht. Nur wer sich selbst aktiv entscheidet, übt sein Selbstbestimmungsrecht aus und erspart seinen nächsten Angehörigen unter Umständen eine große Belastung.

Die Heimat Krankenkasse möchte ihre Versicherten ermutigen, sich mit dieser keineswegs einfachen, aber wichtigen Frage zu beschäftigen. Treffen Sie Ihre persönliche Entscheidung und dokumentieren Sie diese in Ihrem Organspendeausweis, den Sie kostenlos bei uns anfordern können. Die wichtigsten Fragen zur Organspende haben wir hier für Sie zusammengefasst. 

Häufige Fragen zum Thema Organspende

Welche Organe können gespendet werden?

Als Spenderorgane kommen Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm in Frage. Darüber hinaus können auch Gewebe wie die Augenhornhäute sowie Teile der Haut und Blutgefäße gespendet werden.

Wer kann Organe spenden?

Nach dem Tod im Prinzip jeder, außer wenn ein positiver HIV-Befund vorliegt oder die bestehende Erkrankung eine Organspende nicht möglich macht. Die Ärzte entscheiden hier nach den erhobenen Befunden und dem Zustand der Organe. Selbst eine Krebserkrankung schließt eine Organspende nicht grundsätzlich aus.

Ein Organ zu Lebzeiten spenden können in Deutschland nur Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehepartner, Verlobte und Menschen, die sich in besonderer persönlicher Verbundenheit nahestehen. Als Organe kommen hier nur eine Niere oder Teile der Leber in Frage.

Gibt es Altersgrenzen für eine Organspende?

Eine feste Altersgrenze für die Organspende gibt es grundsätzlich nicht. Organspende ist keine Frage des Alters. Entscheidend ist nicht das kalendarische Alter der Person, sondern das biologische Alter, also der allgemeine Gesundheitszustand. Generell gilt allerdings, dass sich bei jüngeren Verstorbenen mehr Organe zur Transplantation eignen als bei älteren.

Auch nach unten gibt es keine Altersgrenze. Bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr entscheiden allerdings die Eltern. Ab dem 14. Geburtstag können Jugendliche einer Organentnahme selbst widersprechen. Ab 16 Jahren können sie ihre Bereitschaft für oder gegen die Organ- und Gewebespende eigenständig dokumentieren.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit es zur Entnahme von Organen kommt?

Voraussetzung für die Entnahme von Organen ist zum einen die Diagnose "unumkehrbarer Hirnfunktionsausfall" (auch als "Hirntod" bekannt). Sie muss nach den Richtlinien der Bundesärztekammer durch zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander erfolgen. Beide Ärzte dürfen aber weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Organe beteiligt sein.

Zum anderen muss eine Zustimmung zur Organtransplantation vorliegen - vom Verstorbenen selbst oder durch Zustimmung seiner Angehörigen, die damit versuchen in seinem Sinne zu entscheiden. Wer seine Entscheidung für oder gegen eine Organspende im Organspendeausweis dokumentiert, nimmt damit auch seinen Angehörigen ggf. eine schwere Entscheidung ab.

Wie ist der Prozess der Organspende organisiert?

Die Gesamtkoordination erfolgt über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).

Kommt aus medizinischer Sicht eine Spende in Betracht, führt der behandelnde Arzt ein Gespräch mit den Angehörigen. Im Fall einer Zustimmung zur Organ- und Gewebespende erfolgen die erforderlichen Untersuchungen. Diese Informationen werden an die Stiftung Eurotransplant weitergegeben, die für die Vergabe von Spenderorganen zuständig ist. Hier laufen die Daten aller Patienten, die auf eine Transplantation warten, und die Daten der gespendeten Organe zusammen. Computergesteuert wird nach sorgfältig festgelegten medizinischen Kriterien der passende Empfänger für ein Spenderorgan ermittelt. Anschließend erfolgen Organentnahme und Transplantation. 

Können die Angehörigen den Verstorbenen nach der Organentnahme nochmals sehen?

Ja. Nach der Entnahmeoperation wird die Operationswunde verschlossen und der Leichnam für die Bestattung freigegeben. Die Angehörigen können somit trotzdem in Ruhe Abschied von dem Verstorbenen nehmen.

Erfährt der Organempfänger die Identität des Spenders?

Nein. Auch die Angehörigen des Spenders erfahren nicht, wem ein Organ gespendet wurde. Auf Wunsch wird ihnen jedoch mitgeteilt, ob die Transplantation erfolgreich war.

In welchen Gesetzen wird die Organspende geregelt?

Im Transplantationsgesetz (1997) und dem Gewebegesetz (2007) ist die Organspende gesetzlich geregelt.

Mit der 2012 in Kraft getretenen "Entscheidungslösung" im Transplantationsgesetz wird jeder Bürger in die Lage versetzt, sich regelmäßig und eigenverantwortlich mit der Frage der eigenen Spendenbereitschaft zu befassen und die jeweilige Entscheidung auch zu dokumentieren. 

Muss ich mich entscheiden, ob ich meine Organe spenden möchte?

Nein, die Entscheidung sowie auch das Ausfüllen des Ausweises bleiben freiwillig. In Deutschland wird man erst mit einer schriftlichen oder mündlichen Willenserklärung zum Organspender. Eine eindeutige Entscheidung, die im Organspendeausweis festgehalten wird, schafft jedoch Klarheit über den eigenen Willen. Und sie entlastet Angehörige davon, im Todesfall eine schwierige Entscheidung in einer für sie ohnehin belastenden Situation treffen zu müssen.

Das Thema Organspende kann für jeden aktuell werden. Niemand kann vorhersehen, ob er nicht irgendwann selbst ein Spenderorgan benötigt. Die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal ein Organ zu benötigen, ist viel höher, als selbst Spender zu werden.

Ist der Eintrag auf dem Organspendeausweis rechtlich gültig?

Ja. Ist die Zustimmung darin festgehalten, ist die Organspende rechtlich zulässig. Die Angehörigen werden im Akutfall jedoch über die Entscheidung informiert. 

Wird meine Entscheidung irgendwo registriert?

Nein. Die Erklärung auf dem Spenderausweis wird weder durch die Krankenkassen noch durch andere Institutionen erfasst. Langfristig ist geplant, dass gesetzlich Versicherte eine Speicherung ihrer Entscheidung auf der elektronischen Gesundheitskarte vornehmen können, sofern sie dies wünschen. 

Warum schickt mir meine Krankenkasse alle zwei Jahre einen Ausweis zu?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass sich alle Menschen regelmäßig mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. Daher müssen die Krankenkassen alle Versicherten ab 16 Jahren alle zwei Jahre anschreiben. Es ist nicht möglich, für bestimmte Personengruppen, z. B. schwer erkrankte Menschen, auf das Anschreiben zu verzichten. Langfristig sollen die Informationen auf der eGK gespeichert werden können (auf freiwilliger Basis). Der Zeitraum zwischen den Anschreiben soll sich dann auf 5 Jahre erhöhen.

Wo erhalte ich weitere Informationen und Beratungsmöglichkeiten?

Die gemeinsame Hotline der Deutschen Stiftung Organtransplantation und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung lautet: 0800 9040400 (kostenfrei: Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr)

Weitere Infos finden Sie auch im Internet:
http://www.organspende-info.de/
http://www.dso.de/

Woher bekomme ich einen Organspendeausweis?

Einen Organspendeausweis können Sie kostenlos und unverbindlich bei der Heimat Krankenkasse bestellen. Füllen Sie dazu einfach das folgende Kontaktformular aus:

Jetzt Organspendeausweis kostenlos anfordern