Persönliche Vorsorge für die letzte Lebensphase

Wir alle hoffen, gesund alt zu werden und am Ende möglichst ohne Schmerzen und Leiden aus dem Leben scheiden zu können. Dennoch kann jeder von uns in die Lage kommen, aufgrund einer Krankheit, infolge nachlassender Kräfte oder nach einem schweren Unfall nicht mehr für sich selbst entscheiden zu können. Auch wenn man sich verständlicherweise nicht gern mit diesem Thema beschäftigt, ist es wichtig, sich bereits in gesunden Tagen Gedanken über die Möglichkeiten der Vorsorge für die letzte Lebensphase zu machen. Der Gesetzgeber hat hierzu die Instrumente der Vorsorgevollmacht, der Betreuungsverfügung und der Patientenverfügung geschaffen.

Vorsorgevollmacht

Mit der Vorsorgevollmacht benennen Sie eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens, die bereit sind, im Bedarfsfall für Sie zu handeln. Dabei kann sich die Vollmacht auf die Wahrnehmung aller Angelegenheiten oder aber auf einzelne Aufgabenbereiche beziehen. Dazu können beispielsweise die Erledigung von Bankgeschäften, Behörden- und Versicherungsangelegenheiten, die Organisation von ambulanten Hilfen und ärztlicher Versorgung, die Suche nach einem Platz in einem Senioren- oder Pflegeheim und die Kündigung der Wohnung und des Telefonanschlusses gehören. Es ist sinnvoll, die bevollmächtigte/n Person/en (z. B. Angehörige oder Freunde) bereits bei der Abfassung der Vollmacht mit einzubeziehen. Für die Form einer Vorsorgevollmacht gibt es keine Vorschriften. Die eigenhändige Namensunterschrift darf allerdings nicht fehlen. Auch der Ort und das Datum sollten angegeben werden. Auch wenn dies nicht vorgeschrieben ist, empfiehlt das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, die Vollmacht durch die Betreuungsbehörde oder einen Notar beglaubigen zu lassen. Zur Erstellung einer Vorsorgevollmacht können Sie auf ein Musterformular des Ministeriums zurückgreifen und es Ihren persönlichen Wünschen anpassen.

Wenn Sie wünschen, dass die Person, die sich stellvertretend für Sie um Ihre Angelegenheiten kümmert, vom Gericht kontrolliert wird, können Sie statt einer Vorsorgevollmacht eine Betreuungsverfügung erlassen.

Betreuungsverfügung

Wenn Sie infolge eines Unfalls, einer Erkrankung oder der nachlassenden Kräfte im Alter Ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln können und Sie keine Vorsorgevollmacht erteilt haben, kann die Bestellung eines gesetzlichen Betreuers für Sie notwendig werden. Hierfür ist das Betreuungsgericht zuständig: Es prüft, ob ein Betreuer beauftragt wird und welche Aufgaben dieser übernehmen soll. Das Gericht hört Sie auch zur Frage an, wen Sie sich gegebenenfalls als Betreuer wünschen. Falls Sie nicht mehr in der Lage sind, sich dazu zu äußern, müssen Wünsche, die Sie zuvor festgelegt haben, berücksichtigt werden. Dafür ist eine Betreuungsverfügung sinnvoll. Darin können Sie bestimmen, wer mit Ihrer Betreuung beauftragt werden soll. Sie können aber auch festlegen, wer keinesfalls dafür in Betracht gezogen werden soll. In der Betreuungsverfügung kann beispielsweise zudem festgehalten werden, welche Wünsche und Gewohnheiten von Ihrem Betreuer respektiert werden sollen, ob Sie im Pflegefall zu Hause oder im Pflegeheim versorgt werden wollen oder welches Senioren- oder  Pflegeheim Sie bervorzugen. Die Betreuungsverfügung kann auch mit einer Vorsorgevollmacht verbunden werden und würde dann zur Geltung kommen, wenn die Vorsorgevollmacht – aus welchen Gründen auch immer – nicht wirksam ist. Zur Erstellung einer Betreuungsverfügung können Sie auf ein Musterformular des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz zurückgreifen und es Ihren persönlichen Wünschen anpassen.

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung können Sie schriftlich für den Fall Ihrer Entscheidungsunfähigkeit im Voraus festlegen, ob und wie Sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten. Dabei geht es darum, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen bzw. ablehnen. Auf diese Weise können Sie Einfluss auf eine spätere ärztliche Behandlung nehmen und damit Ihr Selbstbestimmungsrecht wahren, auch wenn Sie zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar und einwilligungsfähig sind. Die Patientenverfügung richtet sich in erster Linie an die Ärzte und das Behandlungsteam. Die gesetzliche Regelung der Patientenverfügung sieht vor, dass sie schriftlich verfasst und durch Namensunterschrift eigenhändig oder durch ein von einem Notar beglaubigtes Handzeichen unterzeichnet werden muss. Niemand ist aber an seine schriftliche Patientenverfügung für immer gebunden. Sie kann vielmehr jederzeit formlos widerrufen werden. Es empfiehlt sich zudem, eine Patientenverfügung in bestimmten Zeitabständen zu erneuern oder zu bestätigen. So kann man im eigenen Interesse überprüfen, ob die einmal getroffenen Festlegungen noch gelten sollen oder eventuell konkretisiert oder abgeändert werden sollten. Bevor Sie eine Patientenverfügung verfassen, lassen Sie sich am besten von einer fachkundigen Person, z. B. von Ihrem Hausarzt, beraten. Umfassende Informationen zum Thema Patientenverfügung finden Sie in einer Broschüre des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz.