Trinken bis der Arzt kommt

Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

Anders als die Einnahme von illegalen Drogen, toleriert unsere Gesellschaft den Alkoholkonsum. Bereits Jugendliche kommen mit Spirituosen in Berührung. Sie verfallen dem Gruppenzwang, nutzen Alkohol um sich erwachsen, enthemmt sowie entspannt zu fühlen und um ihr mangelndes Selbstvertrauen sowie Zukunftsängste zu vergessen. Die Gefahren, die der Alkoholmissbrauch birgt, sind der Jugend selten bekannt.

Mittlerweile treffen Medizinier jährlich auf bis zu 19.400 Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen. Mit durchschnittlich 14 Jahren konsumieren Jugendliche das erste Mal Alkohol, mit durschnittlich 15 Jahren hatten sie schon mindestens einen Vollrausch. Experten schätzen, dass 250.000 der minderjährigen Jugendlichen Deutschlands alkoholabhängig oder stark alkoholgefährdet sind.

Gewaltbereitschaft und Alkohol
Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Jugendliche, die im Alter von 13 bis 17 Jahren regelmäßig Alkohol trinken, vermehrt zu gewalttätigem Verhalten neigen und auch häufiger Gewalttaten anderer erleben. Jugendalkoholismus senkt zudem häufig die Hemmschwelle, sodass auch illegale Drogen meist von Jugendlichen konsumiert werden, die zuvor Erfahrungen mit Alkohol gesammelt haben.

Körperliche und psychische Auswirkungen
Spirituosen erzeugen eine sehr starke körperliche und psychische Abhängigkeit, schädigen Herz, Leber und Gehirn und tragen zu Entstehung von Nerven- und Krebserkrankungen bei. Das Nervensystem eines Jugendlichen reagiert aber empfindlicher als das eines Erwachsenen, so dass es schneller zu Bewusstlosigkeit, Abhängigkeit oder gar einer Alkoholvergiftung kommen kann. Regelmäßiger Konsum bei Jugendlichen kann auch eine verminderte Leistungsfähigkeit in der Schule, Wahnvorstellungen, Depressionen und Sprachstörungen hervorrufen.

Gut zu wissen: Weiter Informationen und Broschüren zum Thema Alkoholabhängigkeit im Rahmen der Suchtprävention können unter info@bkk-oetker.de oder unter der Rufnummer 0521 92395-4100 angefordert werden.