Mit Omas Hausmitteln gegen Schnupfen & Co.

Simone Habighorst

Frau trinkt Kräutertee

„Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie“ - so lautet eine alte Binsenweisheit. Tatsächlich dauert eine Erkältung, im medizinischen Jargon: Infektion der oberen Atemwege, zumeist rund eine Woche. Und auch wenn es sich dabei um keine ernsthafte Erkrankung handelt, kann sie dem Betroffenen ganz schön zusetzen. Um wieder gesund zu werden, heißt es vor allem: ausreichend trinken, für Wärme sorgen und sich schonen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl alter Hausmittel, die bei Husten und Schnupfen, Hals- und Ohrenschmerzen helfen. Sie kommen völlig ohne Chemie aus und sind dabei nicht minder wirksam als Medikamente aus der Apotheke.


Erkältungen natürlich bekämpfen

Ist eine Erkältung im Verzug, so kann man ihr mit Holunderblütentee trotzen. Dazu einfach zwei Teelöffel der Blüten in heißem Wasser aufbrühen, zehn Minuten ziehen lassen und am besten vor dem Schlafengehen trinken. Der Tee heizt den Körper kräftig auf und sorgt dafür, dass man den Infekt über Nacht ausschwitzt. Auch Fußbäder mit Salz helfen, einer drohenden Erkältung zuvorzukommen.

Ätherische Öle gegen den Husten

Schon unsere Großmütter wussten: Gegen Husten helfen Zwiebeln. Ihre ätherischen Öle haben nachgewiesenermaßen eine heilsame Wirkung. Mit wenig Aufwand lässt sich ein Zwiebelsirup herstellen: Man würfelt eine große Zwiebel, bestreut sie mit Zucker und lässt sie eine Stunde lang zugedeckt stehen. Den Saft, der sich in dieser Zeit gebildet hat, nimmt man dann teelöffelweise ein. Positiver Nebeneffekt: Das Vitamin C, das reichlich in Zwiebeln vorhanden ist, stärkt zusätzlich das Immunsystem.

Gegen Husten ist zudem ein Kraut gewachsen – das anerkannte Heilkraut Thymian. Das darin enthaltene ätherische Öl Thymol ist ein natürliches Abwehrmittel gegen Keime. Ob als Tee, Gurgellösung oder Inhalation verwendet, lindert Thymian den Hustenreiz und löst zugleich festsitzenden Schleim in den Bronchien. Für einen ruhigen und erholsamen Schlaf bietet sich abends die Inhalation an. Dazu gibt man etwa 5 bis 10 Tropfen reines Thymian-Öl oder zwei Esslöffel Thymian-Kraut in einen Topf mit dampfendem Wasser. Mit einem Handtuch über dem Kopf beugt man sich für etwa zehn Minuten über den Topf und atmet mit geöffnetem Mund die Dämpfe möglichst tief ein. Schließen Sie dabei am besten Ihre Augen, da die Hitze und die ätherischen Öle sie sonst reizen könnten. Für Dampfinhalationen bieten sich zudem Kamillenblüten oder Eukalyptusöl an. Übrigens: Auch das Einmassieren von Eukalyptusöl im Brustbereich und auf dem Rücken lindert den Husten.

Nasenduschen vertreiben den Schnupfen

Keine Frage: Konventionelle Schnupfensprays lassen die Schleimhäute zuverlässig abschwellen. Wenn man sie aber über einen längeren Zeitraum benutzt, gewöhnt sich der Körper daran, und die Nase schwillt selbst dann noch zu, wenn die Erkältung längst vorbei ist. Sinnvoller und ebenfalls wirkungsvoll ist bei Schnupfen eine Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung. Die richtige Mischung mit einem Natriumchlorid-Anteil von 0,9 Prozent, der dem natürlichen Salzgehalt unseres Körpers entspricht, gibt es in der Apotheke, wo man auch spezielle Nasenduschen erwerben kann. Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger werden durch die Kochsalzlösung von den Schleimhäuten gespült, die Nase wird befreit, und das Sekret kann abfließen. Dampfinhalationen etwa mit Kamillenblüten oder -tee sind ebenfalls geeignet, den lästigen Schnupfen zu vertreiben.

Ein natürliches Antibiotikum gegen Ohrenschmerzen

Nicht nur bei Husten, sondern auch bei Ohrenschmerzen kann man sich auf die bakterienhemmenden Inhaltsstoffe der Zwiebel verlassen. Ein Zwiebelsäckchen auf dem schmerzenden Ohr erinnert sicher so manchen an seine Kindheitstage. Tatsächlich hilft dieses altbewährte Hausmittel, den Schmerz zu lindern und krankheitserregende Keine zu reduzieren. Denn das in der Zwiebel enthaltene ätherische Öl Allicin wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Für ein Zwiebelsäckchen schneidet man ein bis zwei rohe Zwiebeln klein und erwärmt sie in einem Topf auf Körpertemperatur. Mit einem Löffel die Zwiebel leicht andrücken, so dass etwas Saft austritt. Zwiebel und Saft auf ein Baumwolltuch geben, dieses zu einem Säckchen formen und etwas ausdrücken, bis das Tuch den Zwiebelsaft sichtbar aufsaugt. Das Säckchen nun auf das schmerzende Ohr legen und mit einem Stirnband oder eine Mütze fixieren. Mehrmals am Tag etwa 20 Minuten anwenden.

Salbei und Kartoffeln tun dem Hals gut

Mit ihrer entzündungshemmenden und desinfizierenden Wirkung können ätherische Öle auch dann Abhilfe schaffen, wenn das Schlucken weh tut und der Hals schmerzt. Zum Gurgeln bieten sich verschiedene Heilpflanzentees wie Kamille, Pfefferminze oder Thymian an. Auch der Salbei ist ein anerkanntes, sehr effektives Hausmittel gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Zur Herstellung eines Tees aus frischem Salbei gießt man 2 bis 3 Gramm kleingeschnittene Blätter mit 100 Millilitern kochendem Wasser auf und lässt dies 10 Minuten ziehen. Bei lauwarmer Temperatur in kleinen Portionen in den Mund nehmen und gurgeln. Gerne können auch ein paar Schlucke getrunken werden. Bei Bedarf zwei bis maximal acht Mal täglich anwenden.

Ebenfalls gut gegen Halsschmerzen sind Halswickel aus Kartoffeln. Dazu kocht man vier bis sechs Kartoffeln mit Schale weich und zerdrückt diese in einem Tuch, das man sich dann um den Hals legt. Die Wärme der Kartoffeln, die bis zu zwei Stunden anhält, fördert die Durchblutung auf heilsame Weise. Wer gerade keine Kartoffeln im Haus hat, kann aber auch einfach nur ein Baumwolltuch in warmes Wasser tauchen, auswringen und um den Hals legen. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal wickeln und für 30 bis 45 Minuten wirken lassen.

Omas Wunderwaffe: die Hühnersuppe!

Hühnersuppe hilft gegen Erkältungen! Auch das wussten unsere Großmütter schon, doch jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen. Forscher der Universität von Nebraska stellten in ihren Studien nämlich fest, dass eine Suppe mit Hühnchen und Gemüse im Körper ganz bestimmte weiße Blutkörperchen, die so genannten Neutrophilen, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind, in ihrer Bewegung blockiert. Die Neutrophilen lösen Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute in den oberen Atemwegen aus. Weitere Studien deuten zudem darauf hin, dass sich das in der Hühnerbrust enthaltene Carnosin positiv auf unsere Immunabwehr auswirkt. Dadurch können Krankheitserreger besser abgewehrt und bekämpft werden. Außerdem hilft die Hitze der Hühnersuppe, die Schnupfenviren zu bekämpfen. Die Viren sind nämlich temperaturempfindlich und werden so in ihrer Vermehrung gehemmt.

Omas alte Hausmittel können bewährte Helferlein gegen Erkältungen sein – und das ohne Risiken und Nebenwirkungen. Wer jedoch länger als eine Woche ohne Besserung erkältet bleibt, sollte doch besser einen Arzt aufsuchen. Denn allzu schnell wird aus einem lästigen Husten eine handfeste Bronchitis.

Über den Autor

Simone Habighorst - Als Zuständige für den Bereich Marketing und Kommunikation verfasse ich redaktionelle Artikel für unsere Website. 
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik zu meinem Artikel? Schreiben Sie mir eine E-Mail an newsportal(at)heimat-krankenkasse.de

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