Neue Risikogebiete für FSME

Simone Habighorst

Zecke auf Grashalb

So schützen Sie sich am besten vor Zecken

Sobald die Temperaturen ansteigen, sind auch wieder Zecken unterwegs. Meist ist ein Zeckenbiss unproblematisch, in manchen Fällen kann er aber gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Während Borreliose in ganz Deutschland durch Zecken übertragen werden kann, gibt es für FSME spezielle Risikogebiete. Diese werden jedes Jahr vom Robert-Koch-Institut festgelegt.


Zeckenplage 2018

Zu den Risikogebieten für FSME zählen schon seit Jahren Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, das süd-östliche Thüringen und seit 2014 der sächsische Vogtlandkreis. Dieses Jahr gibt es in diesen Bereichen bereits doppelt so viele Zecken wie in den vergangenen Jahren. Hinzu kommt, dass das Robert-Koch-Institut für 2018 neue zusätzliche Risikogebiete festgelegt hat. Und zwar fünf Stück in Bayern (darunter München und Starnberg), zwei in Thüringen und drei in Sachsen. Eine genaue Karte bietet das Robert Koch-Institut. 

Auch wurden 2017 vermehrt Menschen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und an der niedersächsisch-niederländischen Grenze mit FSME angesteckt. Allerdings nicht so viele, dass auch diese Regionen als Risikogebiete eingestuft werden.

Die Gefahren

Zecken zählen zu den Spinnentieren und saugen sich nach einem Biss mit Blut voll. Insgesamt können sie über 50 verschiedene Krankheiten übertragen. Zu den gefährlichsten zählen Borreliose und FSME. Borreliose tritt wesentlich häufiger auf. Sie äußert sich durch eine Rötung um die Einstichstelle, die sich langsam ausbreitet. Klassisch sind Grippe ähnliche Symptome. Es kann aber auch zu Gelenkbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Nervenentzündungen, Lähmungen oder einem Schlaganfall führen. Wenn die Erkrankung früh genug erkannt wird, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln. Eine Impfung gibt es allerdings nicht.

Auch bei FSME treten etwa nach zehn Tagen Grippe ähnliche Symptome auf. Die Infektion löst eine Hirnhautentzündung und manchmal auch eine Entzündung des Gehirns oder des Rückenmarks aus, die in wenigen Fällen auch tödlich enden kann. Hinzu können Langzeitschäden wie Lähmungen, Konzentrations- und Gedächtnisschäden kommen.

Optimaler Schutz

Zecken lieben feuchte und gut durchblutete Stellen. Deshalb setzen sie sich besonders gerne in Arm- und Kniebeugen, Hautfalten oder in den Leisten- oder dem Genitalbereich fest. Aber auch auf der Kopfhaut, am Haaransatz oder zwischen den Zehen sind sie öfters zu finden. Es ist ein Irrglaube, dass die kleinen Tiere von den Bäumen fallen. Vielmehr sitzen sie auf dem Boden auf Gräsern, Farnen oder losem Laub. Kinder und Erwachsene die häufig in der Natur unterwegs sind, sollten sich mit heller, geschlossener Kleidung im Beinbereich schützen und hohes Gras besser meiden. Auch gibt es Sprays und Gels, welche die kleinen Blutsauger abschrecken sollen. Nach einem Ausflug sollte man sich und seine Kinder gründlich nach Zecken absuchen.

Hat sich einer der Parasiten festgesaugt, sollten Sie das Tier möglichst schnell mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder Pinzette vorsichtig entfernen. Wichtig ist es, dabei den Kopf nicht abzureißen. In den meisten Fällen ist damit auch die Gefahr gebannt. Sollte jedoch eines der genannten Symptome für Borreliose oder FSME auftreten, müssen Sie einen Arzt aufsuchen.

Impfung gegen FSME

Es handelt sich bei der Impfung gegen FSME um eine Indikationsimpfung, die im Gegensatz zu den Standardimpfungen nur unter bestimmten Bedingungen bzw. nur für bestimmte Personengruppen empfohlen wird. Die Empfehlungen werden in regelmäßigen Abständen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts ausgesprochen. Die Heimat Krankenkasse übernimmt eine Impfung gegen FSME für alle Versicherten, die in Risikogebieten leben. Legen Sie einfach Ihre elektronische Gesundheitskarte beim Arzt vor. Die Impfung erfolgt für Sie kostenfrei.

Für alle zusätzlichen Schutzimpfungen, die nicht über die Gesundheitskarte abrechenbar sind, stellen wir Ihnen ein jährliches Impf-Budget zur Verfügung. Impfstoffkosten, sowie die Kosten für das ärztliche Honorar erstatten wir bis zu einer Höhe von insgesamt 100 Euro je Kalenderjahr.

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Über den Autor

Simone Habighorst - Als Zuständige für den Bereich Marketing und Kommunikation verfasse ich redaktionelle Artikel für unsere Website. 
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