Schnarchen - was hilft gegen den Krach im Schlafzimmer?

Nicola Schwettmann

Schnarchender Ehemann

Warum wir schnarchen und was man dagegen tun kann

Die Angaben darüber, wie viele Deutsche tatsächlich schnarchen, gehen recht weit auseinander. Der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zufolge schnarchen etwa 20 bis 46 Prozent aller Männer und acht bis 25 Prozent aller Frauen im mittleren bis hohen Lebensalter. Dabei schnarchen die Herren der Schöpfung häufiger, weil sie stärker mit Übergewicht an Hals und Bauch kämpfen und ihr Adamsapfel den Pharynx (Rachen) verengt. Eines aber gilt für beide Geschlechter: Je älter Frau und Mann werden, desto häufiger schnarchen sie. So holen Frauen vor allem nach der Menopause rasant auf, weil ihr Östrogenspiegel sinkt - und damit auch das Weichteilgewebe im Mund- und Rachenraum erschlafft.


Warum schnarchen wir?

So stark wie die Geräuschkulissen unterscheiden sich auch die Ursachen fürs Schnarchen. Mal ist es eine krumme Nasenscheidewand, mal eine höhergelagerte Zunge. In den meisten Fällen aber liegt die Schuld bei zu engen Atemwegen. Sobald wir einschlafen, entspannt sich unsere Muskulatur im Hals- und Rachenraum - "und es erhöht sich die Vibrationsbereitschaft des Weichgewebes", wie die DGSM erklärt. Weil sich die Luft durch die verengten Atemwege zwängen muss, fangen Gaumensegel und Zäpfchen an zu flattern - und das nächtliche Konzert beginnt.

Die gute Nachricht: Die Rhonchopathie, so der medizinische Begriff fürs Schnarchen, mag zwar nerven - gesundheitlich aber ist sie in der Regel unbedenklich. "Es handelt sich um keine Erkrankung mit einer medizinischen Gefährdung", beruhigen die Forscher. Erst wenn der Atem wiederholt für mehrere Sekunden aussetzt, sollten Spezialisten aufgesucht werden, um eine ernst zu nehmende Schlafstörung - die sogenannte Schlafapnoe - auszuschließen.

Verhaltenstipps gegen das Schnarchen

Eines vorab: Es gibt kein Allheilmittel gegen Schnarchen. Es gibt aber Wege, den Lärmpegel zu senken. "Das Körpergewicht zu reduzieren, geht häufig mit einer Verringerung des Schnarchens einher", erklären die Experten. Übergewicht zählt nämlich zu den bedeutendsten Ursachen - aus einem simplen Grund: Ein Teil der Extrakilos verteilt sich gerne auf den Mund- und Rachenbereich, was den Luftweg zusätzlich verengt.

Manchmal hilft es auch schon, auf den abendlichen Schlummertrunk oder den einen oder anderen Glimmstängel zu verzichten - Alkohol und Nikotin gehören ebenfalls zu den größten Risikofaktoren, weil sie die Atmungsaktivität erheblich einschränken.

Verhaltenstipps gegen das Schnarchen

  • Übergewicht reduzieren
  • Rückenlage vermeiden
  • Kein Alkohol vorm Zubettgehen
  • Nicht rauchen
  • Abends auf üppige Mahlzeiten verzichten

Rückenschläfer sind oft Schnarcher

Auch die Schlafposition kann entscheidend sein: Viele Menschen schnarchen nämlich nur, wenn sie auf dem Rücken schlafen. Der Unterkiefer klappt dann nach unten, die Zunge rutscht leicht in den Rachen und verengt den Atemweg. Diese Personen schlafen am besten auf der Seite - oder stopfen sich ein paar zusätzliche Kissen unter ihren Kopf. Welche Anti-Schnarch-Strategie die richtige ist, hängt von den Ursachen ab. Falls partout nichts helfen will, sollten spezialisierte Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Schlaflabore untersuchen, ob mehr als nur "nervige Atemgeräusche" dahinterstecken.

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Über den Autor

Nicola Schwettmann – Als Referentin für Kommunikation bin ich in erster Linie für unser Kundenmagazin „Fitmacher“ und unsere Presse-Arbeit zuständig. Ebenso gerne aber texte ich für unser Newsportal und alle anderen Medien der Heimat Krankenkasse. Sie möchten mir etwas mitteilen? Schreiben Sie mir eine E-Mail an newsportal(at)heimat-krankenkasse.de

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