Sehnsucht Sonne

Mario Humrich

Wie man seine Haut am besten schützt

Eine vornehme Blässe galt lange als Schönheitsideal und war gesellschaftlich erstrebenswert. Im Zuge der Wirtschaftswunderzeit begann sich diese Einstellung in den 1960er Jahren zu wandeln. Der wachsende Wohlstand führte dazu, dass sich immer mehr Menschen einen Urlaub in südlichen Gefilden leisten konnten. Sonnengebräunte Haut wurde zum Statussymbol und stand für Gesundheit, Aktivität, Erfolg und Lebensfreude.


Das Bild des braungebrannten, dynamischen Menschen hat inzwischen jedoch viele Kratzer bekommen. Längst ist bekannt, dass die Sonne ihre Schattenseiten hat. Sonnenanbeter leben gefährlich, denn die ultravioletten Strahlen können - wenn man sich ihnen zu lange und zu häufig aussetzt - erhebliche und irreparable Schäden verursachen. Und dazu gehört nicht nur eine frühzeitige Hautalterung mit der Bildung von Falten und Altersflecken. "Das Gefährliche an der UV-Strahlung ist ihre Fähigkeit, die DNA-Stränge der Hautzellen aufzubrechen, um sie zu verändern. Diese Lichtschäden kann der Körper normalerweise selbst reparieren. Allerdings summiert sich im Laufe des Lebens die aufgenommene UV-Menge und belastet damit die Reparatursysteme. Die dadurch nicht reparierten, veränderten Hautzellen können sich dann ungehindert vermehren, was die Entstehung von Hautkrebs zur Folge hat", erläutert  Prof. Dr. med. Isaak Effendy, Chefarzt der Hautklinik am Klinikum Bielefeld Rosenhöhe.

Jeder Sonnenbrand ist ein biologisches Alarmsignal und kann nach Jahren und Jahrzehnten Hautkrebs verursachen. Weltweit hat in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl dieser Erkrankungen zugenommen. "Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 21.000 Menschen neu an dem malignen Melanom. Hauptursache für das Entstehen des schwarzen Hautkrebses ist eine starke UV-Belastung mit wiederkehrenden Sonnenbränden", sagt Prof. Effendy.

Einfach zu merken: das "Lichtschutz-ABC"

Dennoch birgt ein Aufenthalt in der Sonne nicht nur Risiken, sondern wirkt sich vielmehr in mancherlei Hinsicht positiv auf den menschlichen Körper aus. So regt das Sonnenlicht beispielsweise die Produktion von lebenswichtigen Hormonen wie etwa dem Vitamin D an, ohne dass man sich müde und antriebslos fühlt. Damit hat die Sonne zweifellos einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden - vorausgesetzt, man genießt sie in Maßen und berücksichtigt das, was Prof. Effendy als "Lichtschutz-ABC" bezeichnet: Ausweichen, Bekleiden, Cremen. "Das Ausweichen vor der Sonne ist die erste aller Lichtschutzmaßnahmen. Vor allem sollte man die besonders intensive Mittagssonne in der Zeit von 11 bis 15 Uhr möglichst meiden", betont er. Außerdem ist zu beachten, dass auch bei bewölktem Himmel oder im Schatten des Sonnenschirms noch eine erhebliche Strahlendosis auf die Haut einwirkt.

Eine gute Maßnahme, um einen Sonnenbrand zu vermeiden, ist das Tragen geeigneter Kleidung. Je dichter und dunkler ein Gewebe ist, desto besser schützt er vor der UV-Strahlung. Einen besonders guten Schutz bieten zertifizierte Kleidungsstücke, bei denen ein Lichtschutzfaktor angegeben ist. "Ferner sollte man auf eine gute Kopfbedeckung mit breiter Krempe achten und eine UV-undurchlässige Sonnenbrille tragen", so der Chefarzt der Bielefelder Hautklinik. Aufgrund ihrer empfindlichen Haut sind kleine Kinder ganz besonders gefährdet. In der Sonne sollten sie unbedingt ein sonnenundurchlässiges T-Shirt, eine möglichst lange Hose, einen Sonnenhut und leichte Schuhe tragen. 

Entscheidend ist ein ausreichender Lichtschutzfaktor

Für alle unbedeckten Hautpartien gilt: sorgfältig mit einem Sonnenschutzmittel eincremen! Hierbei sollte man zu einem hautfreundlichen, allergenarmen Sonnenschutzmittel mit einem organischen UV-Filter greifen. Wichtig ist vor allem, dass der Lichtschutzfaktor (LSF) ausreichend ist. Er kennzeichnet, wie lange man sich in der Sonne aufhalten kann. "So ist die Haut beim LSF 20 zwanzigmal so lange vor der UV-Strahlung geschützt wie ohne Creme. Wichtig zu wissen: Ein Nachcremen verlängert diesen Zeitraum nicht", erläutert Professor Effendy.

Neben der Jahreszeit, dem Ort der Sonnenbestrahlung und dem Grad der Vorbräunung der Haut ist der individuelle Hauttyp entscheidend für die Wahl des Lichtschutzfaktors. So reagieren Menschen mit sehr heller Haut, Sommersprossen, blonden oder hellroten Haaren, blauen oder grünen Augen besonders empfindlich auf die Sonneneinstrahlung. Sie werden kaum braun, bekommen aber sehr schnell einen Sonnenbrand und sollten grundsätzlich einen Lichtschutzfaktor von mindestens 15 verwenden. Doch auch für Menschen, die von Natur aus mit braunen oder schwarzen Haaren, braunen Augen und einem dunkleren Teint ausgestattet sind, gilt: Ein Sonnenschutzmittel ist kein Freibrief für exzessives Sonnenbaden!

Ob Creme, Gel, Spray oder Lotion: Beim Kauf eines Sonnenschutzmittels sollte man sich beraten lassen und im Zweifelsfall lieber einen höheren Lichtschutzfaktor wählen. "Als Basischutz gilt der Lichtschutzfaktor 6 bis 10. Produkte mit einem LSF unter 6 sind keine Sonnenschutzmittel", betont Professor Effendy und weist darauf hin, dass durch Schwitzen, Wasser und Sand die Wirkstoffe der Sonnencreme abgetragen werden. Auch bei wasserfesten Mitteln sollte man sich daher nach dem Schwimmen wieder eincremen.

Wichtig: Regelmäßige Hautkrebsvorsorge

Hautkrebs lässt sich in den meisten Fällen gut erkennen und im Frühstadium auch erfolgreich behandeln. Nutzen Sie daher die Möglichkeiten der Hautkrebsfrüherkennung.

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