Wahr oder falsch? Fingerknacken schadet den Gelenken

Simone Habighorst

Fingerknacken

Unsere Frage an Orthopäde Dr. Michael Dickob

Geradezu grauenhaft finden es die einen, für andere dagegen ist es das reinste Vergnügen, lautstark mit den Fingergelenken zu knacken. Aber ist es auf Dauer nicht gesundheitsschädlich, mit dem mutwilligen Ziehen am Gelenk das fragwürdige Geräusch zu erzeugen? Kann diese Angewohnheit gar zu schmerzhaften chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis oder Arthrose führen?


"Wohl nicht", gibt der Bielefelder Orthopäde Dr. Michael Dickob Entwarnung, "sonst säßen die Wartezimmer wohl voll mit notorischen Fingerknackern." Anders, als das Geräusch vermuten lässt, sind die Knochen selbst gar nicht in das Knacken involviert. Das haben Forscher der US-amerikanischen Universität Stanford herausgefunden. Vielmehr entsteht, wenn das Fingergelenk gedehnt wird, ein winziger Hohlraum und damit ein Unterdruck im Gelenkspalt. Ein in der Gelenkschmiere gebundenes Gas entweicht in diesen Hohlraum - und genau dies verursacht dann das Knackgeräusch.

Der amerikanische Arzt Donald Unger wies übrigens in einem skurrilen Langzeit-Selbstversuch die Ungefährlichkeit des Fingerknackens nach. 50 Jahre knackte er täglich mit den Fingergelenken der linken Hand, die rechte blieb unbehelligt. Beide Hände blieben gesund, die Linke zeigte auch keinen abnormen Verschleiß.

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Über den Autor

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