Gesetzlich oder privat?

Überlegen Sie in die Private Krankenversicherung zu wechseln? Dann sollten Sie sich vorher über die möglicherweise weitreichenden finanziellen und versicherungsrechtlichen Folgen dieses Schrittes ausgiebig informieren.

Arbeitnehmer, deren Einkommen über der (Jahres-) Arbeitsentgeltgrenze von 60.750,00 Euro (Stand: 01.01.2019) liegt, haben grundsätzlich die Möglichkeit, zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu wählen. Versicherte können bereits bei einer einjährigen Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze in die Private wechseln.

Im Folgenden finden Sie die vier ausschlaggebenden Merkmale und Unterschiede, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten.


Beiträge

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Beiträge richten sich nach dem Einkommen des Versicherten (höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Für alle gilt ein einheitlicher Beitragssatz. Ggf. können die Kassen Zusatzbeiträge erheben. Die GKV arbeitet nach dem Solidaritätsprinzip.

Wichtig zu wissen: Eine Gesundheitsprüfung findet nicht statt!

Private Krankenversicherung (PKV)

Beitrag wird unabhängig vom Einkommen berechnet. Die Beitragshöhe richtet sich nach Eintrittsalter, Geschlecht, Leistungsumfang nach dem Gesundheitszustand bei Beginn der Versicherung. Die PKV ist eine Risikoversicherung.


Familienversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Ehepartner und Kinder, ohne eigenes Einkommen sind beitragsfrei mitversichert.

Private Krankenversicherung (PKV)

Für jedes Familienmitglied muss eine eigene Versicherung abgeschlossen werden. Ggf. ist die bisherige beitragsfreie Familienversicherung, auch bei Ihrem Ehepartner nicht mehr möglich.


Kostenübernahme

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Durch die Vorlage der Krankenversichertenkarte kann der Leistungserbringer (z.B. Ärzte, Krankenhäuser) sofort mit der jeweiligen Kasse abrechnen (Sachleistungsprinzip).

Private Krankenversicherung (PKV)

Der Versicherte muss Rechnungsbeträge der Leistungserbringer bis zur Erstattung durch die PKV vorstrecken.


Wechselmöglichkeit

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Grundsätzlich ist ein Wechsel zu anderen GKV möglich, wenn eine 18-monatige Mitgliedschaft vorzuweisen ist. Werden von den Kassen Zusatzbeiträge erhoben, gilt ein Sonderkündigungsrecht.

Private Krankenversicherung (PKV)

Grundsätzlich ist ein Wechsel innerhalb der PKV möglich. Doch in die GKV zu wechseln ist in aller Regel nicht mehr bzw. nur bei Erfüllung ganz bestimmter Voraussetzungen möglich. Sobald das 55. Lebensjahr überschritten wurde, ist ein Wechsel nicht mehr ohne Weiteres durchführbar. Die günstigen Beiträge der GKV der Rentner bleiben den Versicherten dann verwehrt.


Haben Sie Fragen zu den Unterschieden in der GKV und PKV oder zur Heimat Krankenkasse und ihren Leistungen? Kommen Sie einfach auf uns zu. Wir sind gerne für Sie da.