Beiträge in der freiwilligen Versicherung als Selbstständiger

Die Höhe Ihrer Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung richtet sich nach Ihrer individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die Beiträge sind damit nicht von einem individuellen Risiko, welches beispielsweise durch das Alter oder den Gesundheitszustand zum Ausdruck kommt, abhängig. Sie sind einerseits jederzeit kalkulierbar und andererseits werden Sie finanziell nicht übermäßig belastet. Sie zahlen den Beitrag, den Sie nach Ihren Einkommensverhältnissen tatsächlich tragen können.

Berücksichtigung Ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit

Als Grundlage für die Beitragsberechnung werden alle Einnahmen, die Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit entsprechen, herangezogen. Beitragspflichtig sind zunächst die Einnahmen, die Sie aus Ihrer selbstständigen Tätigkeit erzielen. Es wird dabei nicht der Bruttobetrag der Einnahmen, sondern der über den Einkommensteuerbescheid ermittelte Gewinn, herangezogen. Daneben zählen auch alle weiteren Einkünfte, die Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmen, zu den beitragspflichtigen Einnahmen. Dies sind insbesondere Zinsen aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder auch Renten.

Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt

Mit Inkrafttreten des Versichertenentlastungsgesetzes wird der Mindestbeitrag für gesetzlich versicherte Selbstständige herabgesetzt: Die Mindestbemessungsgrundlage von bisher 2.283,75 Euro sinkt ab dem 1. Januar 2019 auf 1.083,33 Euro. Liegen Ihre Einnahmen oberhalb der Mindestbemessungsgrenze, berechnen wir Ihren Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung anhand Ihrer tatsächlichen Einkünfte.

Die Mindestbemessungsgrundlage von 1.083,33 Euro gilt auch für hauptberuflich selbständig tätige Kindertagespflegepersonen, die bis zu fünf fremde, gleichzeitig anwesende Kinder betreuen.

Besonderheit bei der Beitragsberechnung

Ist Ihr Ehe- oder Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz nicht gesetzlich sondern beispielsweise privat versichert, wird sein Einkommen bei der Beitragsberechnung mit berücksichtigt. Wichtig zu wissen: Diese Regelung gilt ab dem 1. Januar 2019 auch für hauptberuflich selbständige Erwerbstätige.

Ausnahmen hiervon sind:

  • Sie leben dauernd getrennt von Ihrem Ehe- oder Lebenspartner.
  • Sie haben ein höheres Einkommen als das Ihres privat versicherten Ehe- oder Lebenspartners.
  • Ihr Einkommen beträgt im Jahr 2019 mindestens 2.268,75 Euro Einkommen im Monat.

Es kann weitere Ausnahmen bei der Berücksichtigung des Einkommens geben – sprechen Sie uns bei Fragen hierzu gerne an.

Zeitversetzte Berücksichtigung Ihrer Einkünfte

Zum 1.1.2018 wurde das bisherige Verfahren grundlegend geändert. Für die Beitragsbemessung bei Selbstständigen greift nun ein ähnliches Prinzip, wie man es von der Strom- oder Wasserabrechnung kennt: Die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für das laufende Kalenderjahr werden zunächst vorläufig erhoben und dann – sobald die tatsächlichen Einkünfte des betreffenden Kalenderjahres über den Einkommensteuerbescheid festgestellt wurden – rückwirkend endgültig festgesetzt.

Hierdurch ist sichergestellt, dass jetzt genau die Einkünfte berücksichtigt werden, die in dem jeweiligen Kalenderjahr tatsächlich erzielt wurden. Die Beiträge entsprechen also – im Gegensatz zur alten Regelung – immer der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Für das Einreichen des für das jeweilige Kalenderjahr ergangenen Einkommensteuerbescheids haben Selbstständige bis zu drei Jahre Zeit. Die drei Jahre gelten ab Beginn des Folgejahres, für das der Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt ausgestellt wird.

Wird der Einkommensteuerbescheid innerhalb dieses Zeitraums vorgelegt, werden die vorläufigen Beiträge für das entsprechende Kalenderjahr rückwirkend und endgültig an die tatsächliche Einkommenshöhe angepasst. Ansonsten werden die Beiträge – ebenfalls endgültig – aus der jeweils geltenden BBG berechnet.

WICHTIG:

Nach wie vor findet eine jährliche Einkommensüberprüfung statt. Bei Selbstständigen, die ihre Mitwirkungspflicht verletzen, werden für die Beitragsberechnung Einnahmen in Höhe der BBG zugrunde gelegt (Höchstbeitrag).

Beispiel

Max Muster ist bereits seit Jahren als hauptberuflich Selbstständiger freiwilliges Mitglied. Zuletzt lagen die mit dem Einkommensteuerbescheid 2015 nachgewiesenen Einnahmen der Beitragsberechnung zugrunde. Noch im Mai 2017 legt er den am 05.04.2017 ausgestellten Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2016 vor. In diesem ist ein Gewinn von 24.000,00 € ausgewiesen. Dies entspricht monatlichen beitragspflichtigen Einnahmen von 2.000,00 €. Max Muster weist darauf hin, dass er im Jahr 2017 tatsächlich mit einem höheren Gewinn rechnet. Gleichwohl werden die Beiträge ab dem 01.05.2017 aus 2.000,00 € monatlich berechnet. Und zwar so lange, bis der Einkommensteuerbescheid für 2017 vorliegt.

Sind die Einkünfte von Max Muster dann tatsächlich höher ausgefallen, werden seine Beiträge aus dieser höheren Bemessungsgrundlage berechnet. Unabhängig davon, welchen Schwankungen seine tatsächliche Einnahmesituation dann unterliegt. Daraus wird ersichtlich: Die Einnahmen werden bei der Beitragsberechnung zeitversetzt berücksichtigt.


Höchstbeitrag für Selbstständige

Maximal werden die Beiträge aus monatlich 4.537,50 € berechnet; auch wenn Sie höhere Einkünfte erzielen.

Beitragsbemessungsgrenze4.537,50 Euro
Ermäßigter Beitragssatz14,0 %
Kassenindividueller Zusatzbeitrag1,1 %
Pflegeversicherung3,05 %
Pflegeversicherung Kinderlose3,30 %

Mindestbeitrag für Selbstständige

Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, zahlen mindestens Beiträge aus der sogenannten Mindestbemessungsgrundlage. Mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz wurde diese ab dem 1. Januar 2019 herabgesetzt.

Ab 2019 ist somit einheitlich und ohne weitere Beitragsermäßigung der 90. Teil der monatlichen Bezugsgröße der Sozialversicherung maßgebend. Die monatliche Bezugsgröße liegt 2019 bei 3.115,00 Euro. Somit beträgt die Mindestbemessungsgrundlage für die Beiträge ab dem 01.01.2019 einheitlich für alle freiwillig Versicherten 1.038,33 Euro.

Beitragsbemessungsgrenze1.038,33 Euro
Ermäßigter Beitragssatz14,0 %
Kassenindividueller Zusatzbeitrag1,1 %
Pflegeversicherung3,05 %
Pflegeversicherung Kinderlose3,30 %

Hinweis:

Die Beitragsbemessung für freiwillige Mitglieder richtet sich seit 01.01.2009 nach den "Einheitlichen Grundsätzen zur Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder", die der GKV Spitzenverband verabschiedet hat.