Nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht

Sie können von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, wenn Ihre Krankenkasse

  • erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt
  • ein zuvor erhobener Zusatzbeitrag erhöht wird
  • eine bestehende Prämienzahlung (nach § 242 Abs. 2 SGB V) verringert oder gestrichen wird.

Zeitpunkt der Sonderkündigung

In den oben beschriebenen Fällen kann die Mitgliedschaft bis zur erstmaligen Fälligkeit des Zusatzbeitrages bzw. der Erhöhung des Zusatzbeitrags bzw. der Ausschüttung der Prämienzahlung gekündigt werden. Die betreffende Krankenkasse muss ihre Mitglieder einen Monat vor der erstmaligen Fälligkeit informieren. Versäumt sie dieses, verlängert sich die Kündigungsfrist entsprechend. Bis die ausgesprochene Kündigung des Mitglieds wirksam wird, gilt die alte Beitragsregelung.

Beispiel

Eine Krankenkasse erhebt mit Stichtag 1. Februar ein Zusatzbeitrag. In der Satzung der Krankenkasse ist als Fälligkeitsdatum der 15. des Folgemonats (hier 15. März) angegeben. Spätestens einen Monat vorher muss die Krankenkasse ihre Versicherten darüber informieren.

  • Erhebung eines Zusatzbeitrages ab dem 01.02.2011
  • Erstmalige Fälligkeit des Zusatzbeitrages 15.03.2011
  • Hinweispflicht auf das Sonderkündigungsrecht 15.02.2011
  • Sonderkündigung möglich bis zum 15.03.2011
  • Ende der Mitgliedschaft (bei Kündigung im Februar) 30.04.2011*
  • Ende der Mitgliedschaft (bei Kündigung im Zeitraum 01.03. - 15.03.)  31.05.2011*

Eine Zahlung des Zusatzbeitrages für die verbliebene Zeit der Mitgliedschaft bis zum 30.04.2011 bzw. 31.05.2011 ist nicht gegeben.

Bei Kündigungen, die nach dem 15.03.2011 eingehen, greift nicht mehr das Sonderkündigungsrecht. Hier muss die Bindungswirkung von 18 Monaten (bzw. bei Teilnahme an einem Wahltarif von drei Jahren) erfüllt sein. Bei Erfüllung der Bindungswirkung endet die Mitgliedschaft zum 31.05.2010, wenn bis zum 31.03.2010 gekündigt wird. Allerdings ist in diesen Fällen der Zusatzbeitrag für die Monate Februar, März und April zu zahlen.


Ausnahme: Wahltarife

Mit Wahltarifen binden sich Versicherte für eine Laufzeit von drei Jahren an ihre Kasse. Während dieser Bindungsfrist gilt für sie das Sonderkündigungsrecht nicht.