Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Rund 70.000 Neuerkrankungen gibt es jedes Jahr und ca. 27.000 Betroffene sterben jährlich an den Folgen von Darmkrebs. Dabei entsteht die Krankheit nicht von heute auf morgen, sondern sehr langsam im Laufe von sieben bis zehn Jahren. Oftmals merken die Betroffenen lange nichts davon. Zugleich zählt Darmkrebs zu den am besten erforschten Krebsarten, und bei rechtzeitiger Früherkennung liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Regelmäßige Vorsorge ist daher das A und O bei der Verhinderung von Darmkrebs.

Im Rahmen der Krebsvorsorge haben Versicherte ab 50 Jahre Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs. Im Alter von 50 bis 54 Jahren umfasst die jährliche Früherkennungsuntersuchung einen Stuhltest auf verborgenes Blut im Stuhl. Ab einem Alter von 55 Jahren können zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren absolviert werden oder alternativ alle zwei Jahre eine Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl. Eine übersichtliche Zusammenfassung, welches Verfahren ab welchem Alter für Sie möglich ist, können Sie der unten stehenden Tabelle entnehmen.

Gehören Sie zur Risikogruppe? 

In den Vordergrund stellen muss man die Bedeutung einer familiären (erblichen) Veranlagung zu Krebserkrankungen. Meistens kommen Krebsfälle gehäuft von Generation zu Generation vor. Dabei stehen Dick- und Enddarmkrebs im Vordergrund. Allerdings weisen Krebserkrankungen anderer Organe, wie Gebärmutter, Magen, Blase, Dünndarm und Haut u.a. ebenfalls auf eine erbliche Veranlagung hin. Wenn Sie glauben, dass in Ihrer Familie ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko vorliegt, nutzen Sie den Online-Risikotest. Eine Beratung ist sehr wichtig um Ihr Risiko und das Ihrer Familienangehörigen einschätzen zu können. Manchmal kann man durch eine Blutuntersuchung Gewissheit bekommen.

Insulinpflichtige Diabetiker haben ebenfalls ein deutlich erhöhtes Darmkrebs-Risiko. Auch übergewichtige Patienten erkranken häufiger an Dick- und Enddarmkrebs.

Darmspiegelung und Stuhltest

Versicherte ab einem Alter von 55 Jahren haben im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs die Wahl zwischen zwei Darmspiegelungen (Koloskopie) im Abstand von zehn Jahren oder der Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl jedes zweite Jahr. Die beste Vorsorgemaßnahme gegen Darmkrebs ist und bleibt hierbei die Darmspiegelung, bei der die Vorstufen von Krebs in Form von Polypen bereits während der Untersuchung sicher entfernt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei und sehr risikoarm. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber, dass Sie diese sicherste Vorsorge und Früherkennung gegen Darmkrebs machen möchten. Er wird Ihnen gerne weiterhelfen.

Sofern Sie sich nicht zu einer Koloskopie entschließen können, haben Sie auch die Möglichkeit, alle zwei Jahre einen Stuhltest durchführen zu lassen. Darmpolypen verursachen in der Regel keine Beschwerden, allerdings können sie erkennbar (Blut im Stuhl) oder für das Auge nicht erkennbar bluten. Zum Nachweis von Blut im Stuhl gibt es den sogenannten iFOB-Test (immunologisch fäkaler Okkultbluttest), der mit nur geringem Aufwand zuhause durchgeführt werden kann. Mit dem iFOB-Test wird die Stuhlprobe auf die Anwesenheit des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin untersucht. Die Nachweisquote liegt mit 90 Prozent mehr als doppelt so hoch wie beim bisherigen Testverfahren, dem sogenannten Papiertest (Hemoccult-Test). Daher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zum 01.04.2017 beschlossen, den iFOB-Test in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.

Die gesetzlich vorgesehenen Untersuchungsmethoden auf einem Blick

AlterArtTurnusVorteilNachteil
50-54iFOBT-Stuhltestjährlicheinfache, unkomplizierte Handhabungpositive Ergebnisse müssen durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden
ab 55Darmspiegelungzweite Koloskopie 10 Jahre nach der erstensehr große Sicherheit, Entfernung der Vorstufen von Darmkrebsaufwendige, eher unangenehme Untersuchung
ab 55iFOBT-Stuhltest (nur, wenn die Darmspiegelung nicht in Anspruch genommen wird)alle zwei Jahreeinfache, unkomplizierte Handhabungpositive Ergebnisse müssen durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden

Hinweis

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