Ultraschallscreening Bauchaortenaneurysma

Die Bauchschlagader (Aorta) ist das größte Blutgefäß in der Bauchhöhle. Erweitert sich die Bauchschlagader an einer Stelle auf einen Durchmesser von über 3 Zentimeter, spricht man bei dieser Ausbuchtung von einem Aneurysma. Die meisten Aneurysmen sind unbedenklich und verursachen keine Schmerzen. Sie bleiben daher auch oft unerkannt.

Hat sich an einer Stelle der Bauchschlagader eine Ausbuchtung gebildet, tendiert die Gefäßwand dazu, sich weiter zu dehnen, was zu einer Vergrößerung des Aneurysmas führt. Rücken- und Bauchschmerzen sowie Schmerzen in der Seite können ein Hinweis auf ein größeres und damit gefährliches Aneurysma sein. Beträgt die Ausbuchtung mehr als 5,5 Zentimeter besteht die Gefahr, dass die Bauchschlagader reißt und Blut in den Bauchraum fließt. Durch das Reißen der Gefäßwand entsteht ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem schnelle Hilfe erforderlich ist.

Ursachen und Risikofaktoren

Verschiedene Ursachen begünstigen die Entstehung eines Bauchaortenaneurysmas. So verringert sich beispielsweise im normalen Alterungsprozess die Elastizität der Gefäßwand. Auch Rauchen oder Bluthochdruck zählen zu den Ursachen, die zu einer krankhaften Erweiterung der Bauchschlagader führen können. Als weitere Risikofaktoren können insbesondere genannt werden:  

  • Erbliche Veranlagung: Aneurysmen treten innerhalb einer Familie oftmals gehäuft auf. Demnach tragen Sie ein erhöhtes Risiko, wenn bei mindestens einem Ihrer Verwandten ersten Grades eine erweiterte Bauchschlagader entdeckt wurde.  
  • Alter: Grundsätzlich steigt mit dem Alter auch das Risiko an einem Bachaortenaneurysma zu erkranken. Die meisten der Betroffenen sind über 65 Jahre alt. 
  • Geschlecht: Männer tragen ein höheres Risiko als Frauen. So entwickeln 4 bis 8 Prozent der Männer über 65 Jahren ein Aneurysma, bei den Frauen in derselben Altersgruppe sind nur 0,5 bis 1,5 Prozent betroffen. 
  • Arteriosklerose: Ein bedeutender Risikofaktor ist die Gefäßverkalkung. Mit der zunehmenden Ansammlung von Ablagerungen verliert die Gefäßwand an Elastizität, was die Entstehung eines Aneurysmas begünstigt.

Früherkennung für Männer ab 65

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt ein Aneurysma der Bauchaorta frühzeitig erkennen. Bei dieser schmerzlosen und strahlenfreien Vorsorgeuntersuchung wird der Durchmesser der Bauchschlagader bestimmt. 

Männliche Versicherte ab 65 Jahren haben einmalig Anspruch auf ein ärztliches Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen. Die Vorsorgeuntersuchung führen Haus- und Fachärzte durch. Dazu gehören auch Urologen, Internisten, Chirurgen und Radiologen. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann das weitere Vorgehen und die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs abgewägt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie im Merkblatt Bauchaortenaneurysma vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

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