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Hausnotrufgerät

Sicherheit und schnelle Hilfe im Notfall

Ein Hausnotruf gibt Ihnen die Sicherheit, auch in kritischen Situationen nicht allein zu sein. Nach einem schweren Sturz, bei plötzlichen gesundheitlichen Problemen oder in anderen Notsituationen genügt ein Knopfdruck, um eine direkte Verbindung zu einer 24-Stunden-Notrufzentrale herzustellen. Von dort aus wird umgehend die passende Hilfe organisiert, sei es durch Angehörige, Nachbarn oder den Rettungsdienst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sicherheit auf Knopfdruck: Ein Hausnotruf ermöglicht es Ihnen, per Knopfdruck schnell Hilfe zu rufen – besonders wichtig bei Stürzen oder anderen Notfällen im häuslichen Umfeld.
  • Finanzielle Förderung: Die Pflegekasse übernimmt bei Vorliegen eines Pflegegrades (1 bis 5) einen monatlichen Zuschuss von 27,00 Euro für die Basisversion des Hausnotrufs.
  • Voraussetzungen: Anspruch besteht, wenn Sie weitgehend alleinlebend (oder tagsüber allein) und sturzgefährdet sind und keinen Notruf mit einem normalen Telefon absetzen können. Zudem muss jederzeit eine lebensbedrohliche Zustandsverschlechterung zu erwarten sein.
  • Unkomplizierter Antrag: Die Beantragung erfolgt bequem über die ServiceApp der Heimat Krankenkasse oder per Download des Antragsformulars (PDF).

Was ist ein Hausnotrufgerät?

Ein Hausnotrufgerät besteht aus einer Basisstation mit Freisprechanlage und einem mobilen Funksender, der meist als Armband oder Halskette getragen wird. Per Knopfdruck wird eine Verbindung zu einer Notrufzentrale hergestellt, die rund um die Uhr besetzt ist und im Ernstfall schnell reagieren kann.

Ein Hausnotrufgerät ist besonders für Menschen geeignet, die

  • allein leben,
  • über weite Teile des Tages allein zu Hause sind (zum Beispiel, wenn der Partner vollzeitberufstätig ist),
  • die aufgrund Ihrer Erkrankung besonders sturzgefährdet sind.

Wie funktioniert ein Hausnotruf?

Ein Hausnotrufsystem besteht aus zwei Komponenten:

  • Die Basisstation wird an Ihren Telefonanschluss angeschlossen und verfügt über eine Freisprecheinrichtung. So können Sie nach dem Auslösen des Notrufs direkt mit der Notrufzentrale sprechen, auch wenn Sie sich nicht in unmittelbarer Nähe des Telefons befinden.
  • Der mobile Funksender wird als Armband, Halskette oder Clip ständig bei sich getragen – auch nachts und unter der Dusche, da die meisten Geräte wasserdicht sind. Der Sender hat eine Reichweite von etwa 30 bis 50 Metern innerhalb der Wohnung.
  • Im Notfall drücken Sie den Notfallknopf am Funksender. Die Verbindung zur Notrufzentrale wird automatisch aufgebaut. Die Mitarbeiter dort kommunizieren über die Freisprechanlage mit Ihnen, schätzen die Situation ein und leiten anhand Ihrer hinterlegten Daten (Adresse, medizinische Informationen, Kontaktdaten von Angehörigen) die passende Hilfe ein.

Hausnotruf als Pflegehilfsmittel: Rechtliche Grundlagen

Das Hausnotrufgerät zählt gemäß § 40 Absatz 1 SGB XI zu den Pflegehilfsmitteln. Pflegehilfsmittel sind Geräte und Sachmittel, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen.

Was bedeutet das konkret für den Hausnotruf? Das Hausnotrufgerät ermöglicht Ihnen die Gestaltung des Alltags ohne ständige Überwachung durch Angehörige oder Pflegepersonen. Sie können sich sicher in Ihrer Wohnung bewegen, während im Notfall schnelle Hilfe garantiert ist.

Wenn Sie einen anerkannten Pflegegrad haben und die weiteren Voraussetzungen erfüllen, übernimmt die Heimat Pflegekasse die monatlichen Kosten im Rahmen des gesetzlich festgelegten Betrages.

Voraussetzungen und Kostenübernahme

Damit die Heimat Pflegekasse die Kosten übernimmt, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  1. Anerkannter Pflegegrad: Sie benötigen mindestens Pflegegrad 1. Informationen zur Beantragung finden Sie auf unserer Seite Pflegebedürftigkeit.
  2. Wohnsituation: Sie leben allein, sind über weite Teile des Tages in einer ambulanten Wohnsituation (z.B., wenn Ihr Partner vollzeitberufstätig ist) oder leben mit einer weiteren pflegebedürftigen Person im Haushalt zusammen, die aufgrund ihrer Krankheitssituation nicht in der Lage ist, mit einem normalen Telefon einen Notruf abzusetzen.

Die Heimat Pflegekasse gewährt einen monatlichen Zuschuss von 27,00 Euro.

Dieser Zuschuss ist für die Basisversion des Hausnotrufs vorgesehen und umfasst in der Regel:

  • Bereitstellung des Hausnotrufgeräts und des Funksenders
  • 24-Stunden-Notrufbereitschaft
  • Benachrichtigung einer Vertrauensperson oder des Rettungsdienstes
  • Wartung und Instandhaltung

Gut zu wissen: Die Anbieter haben unterschiedliche Leistungspakete (Basis- oder Premiumpaket) im Angebot, die sich erheblich im Preis unterscheiden können. Je nach gewähltem Leistungsumfang entsteht ein Eigenanteil, den Sie selbst tragen müssen. Eine Erstattung darüber hinausgehender Kosten durch die Heimat Pflegekasse ist ausgeschlossen.

So beantragen Sie ein Hausnotrufgerät

Schritt 1: Anbieter auswählen
Wählen Sie einen geeigneten Hausnotruf-Anbieter aus. Sie haben die freie Wahl zwischen verschiedenen zertifizierten Anbietern. Damit wir die Kosten für den Hausnotruf übernehmen können, muss der Anbieter ein Vertragspartner der Heimat Pflegekasse sein.

Schritt 2: Antrag stellen
Den Antrag können Sie ganz einfach digital über unsere ServiceApp stellen. Alternativ steht Ihnen unser Formular zum Download bereit:

Antrag auf Zuschuss zu einem Hausnotrufgerät (PDF)


Der Antrag muss Ihre persönlichen Daten, Ihre Versichertennummer sowie Angaben zum gewählten Leistungserbringer enthalten. Viele Hausnotruf-Anbieter unterstützen Sie bei der Antragstellung. Für unsere Prüfung kann es zudem hilfreich sein, wenn Sie kurz begründen, warum die im Haushalt lebende Person keinen Notruf absetzen kann.

Schritt 3: Prüfung und Bewilligung
Wir prüfen Ihren Antrag schellstmöglich. Anschließend teilen wir Ihnen und dem Leistungserbringer unsere Entscheidung schriftlich mit.

Schritt 4: Installation
Nach der Kostenzusage vereinbaren Sie einen Installationstermin mit Ihrem Anbieter. Ein Techniker richtet das Gerät bei Ihnen ein, erklärt die Bedienung und führt einen Testanruf durch.

Worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten

Bei der Auswahl des Anbieters sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Leistungspakete und Preise: Die Anbieter haben unterschiedliche Leistungspakete im Angebot – vom Basispaket bis zum Premiumpaket. Diese können sich erheblich im Preis unterscheiden. Der monatliche Zuschuss der Pflegekasse beträgt 27,00 Euro. Übersteigen die Kosten des gewählten Pakets diesen Betrag, müssen Sie den Eigenanteil selbst tragen.
  • Zertifizierung: Achten Sie auf eine DIN-Norm-Zertifizierung und eine 24-Stunden-Notrufzentrale mit geschultem Personal.
  • Transparente Kosten: Lassen Sie sich die Kosten transparent aufschlüsseln und erklären, welche Leistungen im Basispaket enthalten sind und welche Zusatzkosten für erweiterte Services (z.B. Schlüsselhinterlegung, zusätzliche Funksender, Sturzdetektoren, mobile GPS-Systeme) anfallen.
  • Vertragsbedingungen: Prüfen Sie Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten. Seriöse Anbieter ermöglichen kurze Kündigungsfristen von ein bis drei Monaten.
  • Service: Informieren Sie sich über die Reaktionszeiten im Notfall sowie über Kooperationen mit lokalen Rettungs- oder Pflegediensten.

Häufige Fragen

Bekomme ich ein Hausnotrufgerät auch ohne Pflegegrad?

Nein, denn die Kostenübernahme setzt einen anerkannten Pflegegrad voraus. Ohne Pflegegrad müssen Sie die Kosten selbst tragen. Stellen Sie bei Bedarf einen Erstantrag auf Pflegeleistungen (PDF).

Kann ich den Hausnotruf auch außerhalb meiner Wohnung nutzen?

Die Basisversion funktioniert nur innerhalb Ihrer Wohnung (Reichweite: ca. 30–50 Meter). Einige Anbieter bieten mobile Notrufsysteme mit GPS-Funktion gegen Aufpreis an. Allerdings können wir die Kosten für diese Sonderfunktion nicht übernehmen.

Was passiert bei versehentlichem Auslösen eines Hausnotrufs?

Die Mitarbeiter der Notrufzentrale sind auf Fehlalarme vorbereitet. Sie können über die Freisprechanlage Entwarnung geben. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Funktioniert der Hausnotruf bei Stromausfall?

Moderne Geräte verfügen über eine Notstromversorgung in Form eines Akkus, der das System für mehrere Stunden aufrechterhalten kann. Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter über die genaue Dauer.

Muss ich das Hausnotrufgerät auch nachts tragen?

Ja, Sie sollten den Funksender rund um die Uhr bei sich tragen, also auch nachts und beim Duschen. Die meisten Geräte sind wasserdicht und sehr leicht.

Kann ich den Anbieter wechseln?

Ja, unter Beachtung der Kündigungsfristen. Die neue Kostenzusage müssen Sie erneut bei der Pflegekasse beantragen.

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