Blutspenden: Wie ein kleiner Piks Leben rettet
Das leichte Rauschen in der Strandmuschel am Ohr beweist es eindrucksvoll: Durch unsere Arterien und Venen im Körper rauscht eine ganz besondere Flüssigkeit. Pro Minute fließen fünf bis sechs Liter Blut einmal vollständig durch den Körper. Dabei werden Organe mit Sauerstoff versorgt und Nähr- und Botenstoffe dorthin transportiert, wo sie gebraucht werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Blutspenden können Leben retten. Das gespendete Blut wird unter anderem bei Unfällen, Operationen und schweren Erkrankungen benötigt.
- Vor jeder Blutspende wird geprüft, ob die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können eine Spende ausschließen.
- Bei einer Vollblutspende werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Die Entnahme dauert in der Regel rund zehn Minuten.
- Eine gute Vorbereitung mit ausreichend Essen und Trinken unterstützt den Kreislauf. Nach der Spende sind Ruhe und körperliche Schonung wichtig.
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- Warum ist Blutspenden so wichtig?
- Wie sind die ersten Schritte bei einer Blutspende?
- Wer ist von der Blutspende ausgeschlossen?
- Kann ich nach einer Impfung spenden?
- Kann ich mit einem neuen Tattoo Blutspenden?
- Warum darf man mit Herpes nicht Blutspenden?
- Darf ich mit einer Erkältung Blutspenden?
- Darf ich während der Periode Blutspenden?
- Warum sollte man vor der Blutspende essen?
- Wie viel Blut wird entnommen?
- Was passiert mit dem Blut nach der Spende?
- Welche Blutwerte werden bei der Blutspende untersucht?
- Welcher HIV-Test wird gemacht?
- Warum verliere ich beim Blutspenden Kalorien und wie viele sind das?
- Wie oft darf man Blutspenden?
- Bis wann darf man Blutspenden?
Warum ist Blutspenden so wichtig?
Wissenschaftler erkunden mit Satelliten unsere Galaxie, drucken künstliche Herzklappen und heilen Krankheiten, die vor Jahren noch Todesurteile waren. Doch obwohl sie viel über unser Blut wissen, kann die einzigartige Zusammensetzung nicht künstlich kopiert werden, sagt Dr. Attila Mandl vom Uni.Blutspendedienst OWL am HDZ NRW in Bad Oeynhausen.
Wenn Menschen also durch Verletzungen Blut verloren haben oder ein Patient aufgrund von Krankheiten Medikamente benötigt, sind sie auf Blutspender angewiesen. Denn häufig können lebensrettende Medikamente nur mit Hilfe von Blutbestandteilen hergestellt werden. Auch Forscher, beispielsweise am Paul-Ehrlich-Institut, bekommen so die Möglichkeit, neuartige Therapien weiterzuentwickeln.
Die Nutzungsmöglichkeiten des Bluts sind enorm vielfältig:

Wie sind die ersten Schritte bei einer Blutspende?
Den Ersttermin zur Spende zu vereinbaren, geht schnell und unkompliziert per Telefon oder Internet. Uni.- oder DRK-Blutspendedienste bieten häufig auch eine Blutspende-App an. Darin können dann individuell aktuelle Blutspendetermine ausgewählt werden. Wer Erstspender ist, führt vor Ort dann zunächst ein Arztgespräch, füllt einen Fragebogen aus und wird kurz untersucht. Ärzte wie Dr. Mandl stellen so sicher, dass der potenzielle Blutspender gesund und fit genug zum Spenden ist.
Wer ist von der Blutspende ausgeschlossen?
Bestimmte Erkrankungen und gesundheitliche Umstände können eine Blutspende vorübergehend oder dauerhaft ausschließen. Eine Spende ist beispielsweise nicht möglich, wenn...
- eine Typ-1-Diabetes Erkrankung vorliegt
- schwere Herz- und Gefäßkrankheiten vorliegen
- bestimmte Infektionskrankheiten vorliegen
- bestimmte Medikamente eingenommen werden
- kürzlich eine zahnärztliche Behandlung oder Operation stattgefunden hat
- eine Reise in bestimmte Infektionsrisikogebiete stattgefunden hat
- eine Schwangerschaft vorliegt
Über den Link gibt es eine Checkliste mit weiteren Informationen zu den genauen Kriterien. Wer sich generell aktiv und fit fühlt und keine Medikamente nimmt, hat jedoch gute Chancen als Blutspender in Frage zu kommen.
Kann ich nach einer Impfung spenden?
Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoffen gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Gelbfieber oder Mumps ist eine Spende nach enger Absprache mit dem Arzt meist erst nach vier Wochen wieder möglich. Bei anderen Impfstoffen gelten teilweise kürzere Wartezeiten oder es ist keine Spendepause erforderlich.
Warum darf man mit Herpes nicht Blutspenden?
Wer akut von Herpes betroffen ist, muss ebenfalls etwas Geduld haben, um wieder spenden zu dürfen. Während einer aktiven Infektion, beispielsweise mit Bläschenbildung, ist eine Blutspende nicht möglich. Nach vollständiger Abheilung wird individuell geprüft, wann wieder gespendet werden darf.
Darf ich mit einer Erkältung Blutspenden?
Wer erkältet ist, sollte mit der Blutspende warten, bis die Beschwerden voll ständig abgeklungen sind. Nach einer leichten Erkältung ohne Fieber ist eine Spende in der Regel nach sieben symptomfreien Tagen wieder möglich. Bei einem fieberhaften oder schweren Infekt beträgt die Wartezeit vier Wochen nach vollständiger Genesung.
Warum sollte man vor der Blutspende essen?
Sind alle gesundheitlichen Spendenvoraussetzungen erfüllt, kann eine Blutspende eigentlich nur noch am knurrenden Magen scheitern. Da sie eine Belastung für den Kreislauf ist und entsprechend genügend Energie bereitstehen muss, sollten Spender gut gestärkt zur Blutspende kommen. „Außerdem sollten Spender vorher mindestens anderthalb Liter Flüssigkeit trinken“, so Dr. Mandl.
Wie viel Blut wird entnommen?
Bei einer sogenannten Vollblutspende wird circa ein halber Liter Blut innerhalb von 10 Minuten entnommen. Dazu legen sich Spender bequem auf eine Liege und bekommen einen kleinen Piks in den Arm. Wie dies genau abläuft, ist im Video zu sehen. Anschließend fließt das Blut langsam in einen Beutel.

Wer vorher genug trinkt, hilft seinem Körper dabei, diesen Flüssigkeitsverlust schon nach kurzer Zeit wieder auszugleichen.
Auch eine Blutplasmaspende ist möglich. Dabei werden circa 600 Milliliter des wertvollen Plasmas im Blut entnommen. Blutplasma ist eine gelbliche Flüssigkeit, die keine Blutzellen enthält. Die restlichen Blutbestandteile wie Leuko-, Thrombo- und Erythrozyten werden sofort wieder über eine Maschine in den Blutkreislauf zurückgeführt.
Unter Umständen ist auch eine reine Thrombozytenspende möglich, die Patienten mit Blutgerinnungsproblemen oder Krebserkrankungen besonders hilft. „Diese Spendenart ist aber nur möglich, wenn der Spender selbst ausreichend Thrombozyten im Blut hat“, so Dr. Mandl. Fachkräfte sind bei jeder Spendenvariante stets in der Nähe und achten darauf, dass alles korrekt abläuft, betont Dr. Mandl.
Was passiert mit dem Blut nach der Spende?
Wenige Minuten nach der Spende stabilisiert sich der Blutdruck wieder. Das Spenderblut wird nun ins Labor geschickt, wo es zunächst geprüft wird, bevor es zu den sogenannten Blutprodukten weiterverarbeitet werden kann. Viele Blutspendedienste zahlen dafür eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 bis 50 Euro.
Welche Blutwerte werden bei der Blutspende untersucht?
Eine Blutspende hat neben der guten Tat selbst auch noch einen weiteren großen Vorteil: Nach jedem Termin wird das Spenderblut im Labor auf verschiedene Infektionskrankheiten untersucht. Erstspender erfahren außerdem ihre genaue Blutgruppe. So bietet die Spende bei Anbietern wie dem Roten Kreuz oder dem Uni.Blutspendedienst eine wertvolle zusätzliche Gesundheitskontrolle.
Wie oft darf man Blutspenden?
Männer können bis zu sechs Mal pro Jahr einen Termin zur Vollblutspende machen. Frauen circa vier Mal. Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens acht Wochen liegen. Eine Blutplasmaspende ist mit bis zu 60 Mal Spenden pro Jahr deutlich häufiger möglich, da die meisten Blutbestandteile zurückgeführt und somit nicht neu gebildet werden müssen.
Bis wann darf man Blutspenden?
Sofern keine Krankheiten oder sonstigen Ausschlussgründe vorliegen, können Blutspenderinnen und Blutspender ab 18 Jahren spenden. Eine gesetzliche Höchstaltersgrenze gibt es seit 2023 nicht mehr. Entscheidend ist der individuelle Gesundheitszustand, den das ärztliche Personal vor der Spende beurteilt. Es ist also nie zu spät, um Lebensretter zu werden und gleichzeitig auch noch für seine eigene Gesundheit zu sorgen!
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